Aktuelles

1. Interkulturelle Zusammenarbeit im Betrieb

BMW gibt ein gutes Beispiel für Interkultur im Arbeitsleben: ... weiter.


2. Wie deutsche Unternehmen für ausländische Spitzenkräfte wieder attraktiv werden
Ein lesenswerter Aufsatz von Thomas Sattelberger, Personalvorstand der Deutschen Telekom: ... weiter


3. Deutscher Diversity Preis 2011
Die Sieger des 1. Deutschen Diversity Preises, veranstaltet von McKinsey, Henkel und Wirtschaftswoche: ... weiter


4. Diversity und CSR
Gesellschaftliche Verantwortung der Wirtschaft im internationalen Dialog.
Dokumentation der Internationalen CSR-Konferenz des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales:
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5. Der Deutsche Nachhaltigkeitsrat hat den neuen Deutschen Nachhaltigkeitsindex verabschiedet.
Zum Nachhaltigkeitsindex: ... weiter (PDF, 160 KB).

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat am 13. Oktober 2011der Bundesregierung eine Empfehlung für einen Deutschen Nachhaltigkeitskodex übermittelt. Der Rat empfiehlt allen Unternehmen, den Deutschen Nachhaltigkeitskodex freiwillig anzuwenden. Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex liefert damit eine zuverlässige und nachvollziehbare Definition der Nachhaltigkeitsleistungen von Unternehmen. Seine Wirksamkeit und Verbindlichkeit erhält der Kodex über den Markt. Investoren und Finanzmarktakteure können damit im Wettbewerb Informationen zu den wesentlichen Nachhaltigkeitsleistungen der Unternehmen in ihre Analyse von Chancen und Risiken einbeziehen.

Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex ist in einem zweijährigen Dialogprozess entstanden, an dem Vertreterinnen und Vertreter der Finanzmärkte, von Unternehmen und der Zivilgesellschaft mitgewirkt haben. Zahlreiche Unternehmen haben den Nachhaltigkeitskodex praktisch getestet und positiv auf seine Praxistauglichkeit bewertet.

Erste Reaktionen aus der Wirtschaft zeigen, dass der Nachhaltigkeitskodex weit über die DAX-Firmen hinaus auf Interesse stößt. Dr. Eric Schweitzer, Mitglied des Rates für Nachhaltige Entwicklung und Präsident der IHK Berlin, erklärte: „Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex ist - neben vielen anderen Möglichkeiten der Darstellung unternehmerischer Sozialverantwortung - ein gutes Instrument, mit dem eine nachhaltige Unternehmensführung dokumentiert werden kann. Er hilft, die Bemühungen der deutschen Wirtschaft für eine nachhaltige Entwicklung noch stärker zu unterstützen. Unternehmen erhalten eine verlässliche und vor allem freiwillige Grundlage, anhand derer sie ihre Aktivitäten evaluieren, ausbauen und glaubhaft kommunizieren können. In Berlin wird sich die IHK auch künftig dafür einsetzen, das Thema Nachhaltigkeit in der Wirtschaft voranzutreiben. Der Kodex wird dabei gute Dienste leisten."

Ebenfalls unterstützend äußerte sich Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU): „Nachhaltigkeit ist heute wichtiger denn je – umso mehr ist das Engagement des Rats für nachhaltige Entwicklung zu begrüßen. Für uns als Verband kommunaler Unternehmen gehört nachhaltiges Wirtschaften seit jeher zu unserem Selbstverständnis. Der Nachhaltigkeitskodex ist dabei ein interessantes Instrument für die Kommunalwirtschaft, da er nachhaltiges Handeln transparent macht. Wer die Zukunft gestalten will, muss heute damit beginnen. Und wo geht das besser als vor Ort, in den Kommunen.“

Der Nachhaltigkeitskodex umfasst 20 Kriterien und mit jeweils ein bis zwei Leistungsindikatoren (Key Performance Indicators, KPI) zu den Themen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (Environmental, Social, Governance, ESG). Unternehmen berichten anhand dessen über die Erfüllung bzw. Erklärung der Nicht-Erfüllung der Kodexanforderungen (comply or explain). Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex knüpft inhaltlich an die Prinzipien des UN Global Compact, die OECD Guidelines für multinationale Unternehmen, den Leitfaden ISO 26.000 sowie instrumentell an die Berichterstattungsstandards der Global Reporting Initiative (GRI) und des europäischen Analystenverbandes EFFAS an.

Diversity Management und Nachhaltigkeit
Im Kapitel "Gesellschaft" (Seite 6 des Nachhaltigkeitskodex) sind folgende Kriterien hinsichtlich der Arbeitnehmerrechte vorgesehen:

 
"Arbeitnehmerrechte und Diversity

14. Das Unternehmen berichtet, wie es darauf hinwirkt, die Arbeitnehmerrechte sowohl national als auch international anhand anerkannter Standards zu achten sowie die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu fördern.

15.
Das Unternehmen legt offen, wie es national und international Prozesse implementiert hat, um Chancengerechtigkeit, Gesundheitsschutz, Integration von Migranten und Menschen mit Behinderung, angemessene Bezahlung sowie Vereinbarung von Familie und Beruf zu fördern sowie jegliche Form der Diskriminierung z.B. nach Rasse, ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion/ Weltanschauung, Alter oder sexueller Identität zu unterbinden.

16. Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen es ergriffen hat, um die generelle Beschäftigungsfähigkeit (Employability) aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu fördern und im Hinblick auf die demografische Entwicklung anzupassen."
 

Als Leistungsindikatoren (KPI) zählen hierbei u.a.:
GRI LA13: Zusammensetzung der leitenden Organe und Aufteilung der Mitarbeiter nach Kategorie hinsichtlich Geschlecht, Altersgruppe, Zugehörigkeit zu einer Minderheit und anderen Indikatoren für Vielfalt.
GRI HR4: Gesamtzahl der Vorfälle von Diskriminierung und ergriffene Maßnahmen.
(Kritische Frage von Volker Ostler: Wie soll die sexuelle Identität als "Zugehörigkeit zu einer Minderheit" der "leitenden Organe" und der Mitarbeiter im Sinne von GRI LA13 gemessen werden? Werden wieder "rosa Listen" eingeführt?)

Definition von Nachhaltigkeit
Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex geht von der Definition der Nachhaltigkeit aus, die von der Brundtland-Kommission 1987 geprägt wurde: „Dauerhaft ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre ei-genen Bedürfnisse nicht befriedigen können. […] Im Wesentlichen ist dauerhafte Entwick-lung ein Wandlungsprozess, in dem die Nutzung von Ressourcen, das Ziel von Investitionen, die Richtung technologischer Entwicklung und institutioneller Wandel miteinander harmonieren und das derzeitige und künftige Potenzial vergrößern, menschliche Bedürfnisse und Wünsche zu erfüllen." Der Rat für Nachhaltige Entwicklung versteht Nachhaltigkeit im Sinne der Triple Bottom Line als gleichrangige Berücksichtigung von ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten mit dem Ziel, die Umwelt sowie den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu erhalten und die wirtschaftliche Entwicklung – sowohl in Deutschland als auch international - voran zu bringen.


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